oeuvres libres. Die 39 letzten Gedichte


Von: Verlaine, Paul
Wolfbach, 2006, 136 S., Broschur, 23,00 €
ISBN: 978-3-952305-70-6

oeuvres libres. Die 39 letzten Gedichte
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Als die erste Übersetzung seiner “Freien Werke” erschien, lasteten auch seine getreuesten Anhänger dem französischen Dichter Paul Verlaine (1844-96) unerwartete charakterliche Mängel an. Sie wurde – wie das Original in Frankreich – sogleich beschlagnahmt. Auch der verlainebegeisterte Stefan Zweig sprach plötzlich von der unberechenbaren Persönlichkeit des Poeten der galanten bis anzüglichen Verse, der zudem als der bedeutendste katholische Dichter Frankreichs im 19.Jh. galt.

Die “Freien Werke” gingen auch über die Vorstellung und Akzeptanz von Dr. Paul Englisch, dem liberalen Verfasser des Standardwerks “Die Geschichte der erotischen Literatur” von 1927, hinaus. Doch Thomas Mann trat 1920 “nach Erschütterung” als Fürsprecher der “wüsten Bilder in anmutiger Form” auf und argumentierte, das Gebiet des Sittlichen umfasse auch das des Unsittlichen. Und Kurt Tucholsky ironisierte 1922 das Reichsgericht Hannover, das an einer verhängten Geldstrafe von 500 Mark für ihre Publikation festhielt.

Die heutige Zeit scheint reif für dieses Meisterwerk von Pornographie und Menschlichkeit, das hier in einer neuen Übersetzung von Serge Ehrensperger wieder vorliegt.


Über den Autor:

Paul Verlaine, geboren am 30. März 1844 in Metz, gestorben am 8. Januar 1896 in Paris. Verlaine war der Sohn eines Offiziers und lebte seine ersten Jahre in Metz, danach in Montpellier. In Paris besuchte er ab 1851 das Lycée Bonaparte. Nach Schulabschluss begann er eine Angestelltenlaufbahn bei der Pariser Stadtverwaltung. Er heiratete 1870 und führte zunächst ein bürgerliches Leben, verfiel dann aber der Trunksucht und verließ Frau und Beruf. 1871 - 1873 hatte er eine leidenschaftliche Freundschaft zu Rimbaud, mit dem er als Vagabund umherzog. Er übernahm Lehrerstellen in Frankreich und England, verfiel aber erneut dem Alkohol. Seine letzten Jahre verlebte er in Kneipen, Bordellen und Spitälern. Verlaine gilt als einer der einflussreichsten Lyriker Frankreichs.



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